| Titel: | Von Der Doppelnatur Der Menschlichen Seele - Vorstellung Eines Psychotherapeutischen Ansatzes |
|---|---|
| Autor: | Dethlefsen, Kersti |
| Mediengruppe: | --- |
| Herausgeber: | --- |
| Zeitschrift: | --- |
| Jahr: | 2007 |
| Band: | --- |
| Heft: | --- |
| Seiten: | 2-2 |
| Sprache: | German |
| Abstract: | Es wird ein psychotherapeutischer Ansatz vorgestellt, der zwei zentrale Annahmen beinhaltet: (1) Die erste These ist die Annahme einer Doppelnatur der menschlichen Seele, wobei die Dualität zweier Seeleninstanzen dem Menschen die Möglichkeit eröffnet, sich jeweils mit der einen oder anderen zu identifizieren. (2) Die zweite These lautet, dass die Identifikation mit dem einen Seelenteil (bezeichnet als Ich oder "Triebseele") die Grundlage psychischer Störungen ist, während die Identifikation mit dem anderen Seelenteil (bezeichnet als "Selbst") die Basis für psychische Gesundheit und Heilung bildet. Zur Stützung dieses Ansatzes wird auf zwei frühe Quellen aus der Literatur zurückgegriffen: (1) auf die Texte des Patanjali als Teil der Yoga-Literatur und (2) auf die Vorsokratiker der Antike. Die Yoga-Texte (Lehre der "Kleshas" mit fünf psychischen Fehlhaltungen) stehen dabei für die Ichstruktur (also die Krankheitsseite), die der Antike (Lehre der "Elemente" mit fünf Kräften des Lebens) für die innerseelischen Ressourcen bzw. die seelische Gesundheit. Das therapeutische Konzept besteht nun darin, diese beiden Stränge zusammenzubringen, indem der Weg vom "Ich" zum "Selbst" aufgezeigt wird als Möglichkeit eines Identifikationswechsels und damit eines Weges zur Erlangung psychischer Gesundheit. Der therapeutische Prozess gliedert sich in eine Dreiheit: (1) die Konfrontation mit der störungsbedingenden Haltung (Bewusstwerdung der Symptomatik anhand der in den "Kleshas" benannten Fehlhaltungen als diagnostische Kategorien), (2) die Begegnung mit den alternativen (lebensfördernden) Ressourcen (Erarbeitung der Zielvorstellungen des Klienten anhand der auf die antike "Elementen"-Lehre zurückgehenden fünf "Lebenssäulen"), (3) den Entscheidungsprozess in Bezug auf den Identifikationswechsel. Im praktischen therapeutischen Vollzug kommt ein 4-Stühle-Setting (zur Symbolisierung von Lebensmöglichkeiten) zur Anwendung, wobei der Klient je nach seiner inneren Befindlichkeit von Stuhl zu Stuhl wechselt. Als Belege für die praktische Anwendung werden vier ausführliche Fallprotokolle sowie fünf Therapieausschnitte aus exemplarischen Einzelsituationen vorgestellt. Die Fallbeispiele seien, so wird ausgesagt, von eigenen Erfahrungen mit der Gestalttherapie und dem Katathymen Bilderleben geprägt, obwohl das dargestellte System der Doppelnatur der menschlichen Seele eher ein theoretisches Ordnungssystem darstelle, das nicht auf spezifische Techniken eingeengt sei. |