Studie

Titel: Meditative Versenkung: Veranlagung, Training, Physiologische Mechanismen
Autor: Ott, Ulrich
Mediengruppe: chapter
Herausgeber: ---
Zeitschrift: ---
Jahr: 2005
Band: ---
Heft: ---
Seiten: 53-73
Sprache: German
Abstract: Bei manchen Formen der Meditation wird die Aufmerksamkeit intensiv auf ein Objekt gerichtet, mit dem Ziel, einen Zustand geistiger Versenkung (Samadhi) herbeizuführen. Wenn dies gelingt, kommt es zu einer völligen Identifikation des Meditierenden mit dem Objekt - die Umgebung wird hingegen ausgeblendet. Die Fähigkeit, derartige Zustände zu erleben, wird als "Absorption" bezeichnet und kann mit der Absorptionsskala von A. Tellegen gemessen werden. Es bestehen erhebliche Unterschiede in der Ausprägung dieser Persönlichkeitseigenschaft, die teilweise genetisch bedingt sind, teilweise jedoch auch auf ein unterschiedliches Ausmaß an Training zurückgeführt werden. Es werden eine Reihe von Untersuchungen an der Universität Gießen beschrieben, die sich mit den physiologischen Grundlagen der Absorptionsfähigkeit beschäftigen. Es konnte gezeigt werden, dass das Herzkreislaufsystem von Personen mit einer hohen Fähigkeit zur Absorption sensibler reagiert. In Computertests sind sie außerdem besser in der Lage, störende Reize auszublenden, was auf eine höhere Effizienz spezifischer Gehirnstrukturen schließen lässt. Es werden laufende und geplante Untersuchungen vorgestellt, die mittels funktioneller Magnetresonanztomographie sichtbar machen sollen, welche Gehirnregionen während tiefer Versenkung im Vergleich zu oberflächlicher Betrachtung aktiviert werden.