| Titel: | Die Perinatale Psychosomatik Des Kundalini-Yoga : Ein Versuch Interkultureller Ann√§Herung |
|---|---|
| Autor: | Crisan, Horia |
| Mediengruppe: | journal article |
| Herausgeber: | --- |
| Zeitschrift: | Curare |
| Jahr: | 1995 |
| Band: | 18 |
| Heft: | 1 |
| Seiten: | 173-201 |
| Sprache: | German |
| Abstract: | Yoga- und Tantra-Praktiken werden aus perinataler Perspektive durchleuchtet und als raffinierte Reinszenierungen des prä- und perinatalen Erlebens interpretiert. Im ausgelösten "Kundalini-Prozess" (Erweckung der für höhere Bewusstseinszustände erforderlichen Energie) wird die Aktivierung prä-/perinataler Engramme, einschließlich der physiologischen Prozesse der nachgeburtlichen Metamorphose gesehen. Die subjektive Physiologie des Yoga, die Cakra-Doktrin, kann als Ausdruck der neokortikalen Projektion archaischer, die perinatalen Vorgänge steuernder Schichten des Nervensystems betrachtet werden. Die Hypothese wird aufgestellt, dass aufgrund der Unreife neokortikaler Organisation eine geburtsbedingte neurophysiologische Urspaltung entsteht. Das segmentär eingeteilte Cakra-System stellt aus dieser Sicht ein topographisches Organisationsschema des Unbewussten dar, das auch für später abgespaltene Selbstanteile maßgebend bleibt. Eine mögliche, darauf beruhende Erweiterung einiger psychoanalytischer Konzepte (Psychodynamik, Analität) wird diskutiert. Der Entwicklungsweg des Kundalini-Yoga wird als systematische Rücknahme der Innenprojektionen interpretiert und der Rücknahme der Außenprojektionen im westlichen Kulturkreis gegenübergestellt. |